Abtei Oberschoenenfeld
Nicht im Begreifen liegt die Frucht, sondern im Ergriffensein.
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"Wir wollen unter der Führung des Evangeliums die Wege gehen, die der Herr uns zeigt, damit wir ihn schauen dürfen, der uns in sein Reich gerufen hat."
Aus der Benediktusregel, RB Pr. 21

Die Wurzeln des Ordenslebens reichen in die frühesten Anfänge des Christentums zurück, in die Ideale, aus denen die Urkirche lebte. Nach den Aussagen aller Evangelien berief Jesus gleich zu Beginn seines Wirkens Menschen in seine Nachfolge. Später - im zweiten Jahrhundert - gingen Christen auch in Wüsten und Einöden, um Gott zu suchen. Ein Altvater begleitete sie. Nach dessen Weisung lebten sie die "Räte" des Evangeliums: Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit.

Eine Erneuerung des abendländischen Mönchtums ging vom hl. Benedikt von Nursia (480-547) aus. Er verfasste eine Ordensregel, die so maßvoll geschrieben war, dass immer mehr Gemeinschaften danach leben wollten. Doch wie alle geistlichen Aufbrüche geriet auch der Benediktinerorden im Laufe der Zeit immer wieder in Krisen.

Bernhardsminne, um 1500
Bernhardsminne, um 1500

Im brennenden Eifer, die Regel des heiligen Benedikt wieder strenger und vollkommener zu leben, zog im Jahr 1098 Abt Robert von Molesme mit 21 gleichgesinnten Mönchen in die Einöde von Citeaux. Nach entbehrungsreichen Jahren der Anfangszeit kam ein Aufschwung, so dass zwischen 1113 und 1115 vier Neuklöster, die sogenannten Primarabteien, gegründet werden konnten. Geprägt wurde der Orden vor allem durch Bernhard von Clairvaux (1090-1153).

Nach seinem Studium in Dialektik, Grammatik und Rhetorik trat er 1113 mit 30 Verwandten und Freunden in Citeaux ein und wurde bereits 1115 mit 12 Gefährten zur Gründung von Clairvaux ausgesandt. Er, der nach Einsamkeit und Stille im Kloster verlangte, wurde wie selten ein anderer in die Kirchen- und Weltpolitik seiner Zeit hineingerissen und formte durch seinen weiten Geist entscheidend das monastische Leben unseres Ordens.

Durch die einfache Lebensweise, durch wachsende Kenntnisse in Ackerbau, Viehzucht und Wasserwirtschaft wurden die Zisterzienser in der Blütezeit des Ordens im 13. Jahrhundert zu bedeutenden Kulturträgern.

Reformation, Bauernkriege und der Dreißigjährige Krieg waren harte Prüfungszeiten für den Orden. Nach diesem Elend brachte die Geisteshaltung des Barock wieder eine neue Lebensfreude, der jedoch die Aufklärung im 18. Jahrhundert ein Ende setzte. Im Zuge der Säkularisation (1803) wurde der größte Teil der Klöster in Europa aufgelöst. Als Mitte des 19. Jahrhunderts wieder zisterziensisches Leben aufblühte, wurden die Ideale der Gründerväter aufgegriffen, aber der Zeit angepasst.

Die Suche nach Gott bleibt immer aktuell, gerade auch in unserer Zeit, in der viele scheinbare Sicherheiten zerbrachen. Es gilt für uns immer neu, im Hören auf Gottes Wort in der jeweiligen Zeit unsere Geschichte mit Gott zu leben.

 

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