Abtei Oberschoenenfeld
Nicht im Begreifen liegt die Frucht, sondern im Ergriffensein.
Logo Oberschoenenfeld

 
Kloster-Nachrichten Pressespiegel

Archiv der Jahre
2001      2002      2004      2005     
2006      2007      2008      2009      2010     
2011      2012      2013      2014      2015     
2016     

Augsburger Allgemeine, 02.09.2017
Wie das berühmte Holzofenbrot aus dem Kloster entsteht
Schwester Maria Gratia backt seit 1984 das Oberschönenfelder Holzofenbrot. Mittlerweile gibt es drei verschiedene Sorten, die in der Klosterbäckerei gefertigt werden.

Es ist noch recht früh, wenn Schwester Maria Gratia Wanner im Kloster Oberschönenfeld in die Backstube wirbelt. Morgens um 5.30 Uhr setzt sie die Teige für das Brot an und schürt die zwei Holzöfen an, die bereits am Vortag mit Holz ausgelegt wurden. Pro Knetkessel werden 120 Kilogramm Teig angesetzt. Natursauerteig, der am Vortag selbst hergestellt wird, Roggenmehl, Wasser, Salz und ein wenig Hefe bilden den Teig, der später in Ein- oder Zwei-Kilo-Laibe geformt und in den Holzofen geschoben wird. Weitere Gewürze werden dem original Oberschönenfelder Holzofenbrot nicht zugesetzt – „und das kommt bei den Kunden sehr gut an“, weiß Schwester Gratia.

Die genaue Rezeptur bleibt ein Geheimnis. Nur so viel sei verraten: Es muss wesentlich mehr Teig angesetzt werden, da dieser während des Backens Flüssigkeit verliert und leichter wird. Zu leicht darf er jedoch nicht werden. Am Tag nach dem Brotbacken muss er noch das Zielgewicht von einem oder zwei Kilogramm haben. Nach dem Kneten dürfen die Teige im Knetkessel ruhen. Dann werden sie mithilfe einer Hebemaschine in die Portioniermaschine gekippt. Sie laufen vom Mini-Förderband direkt in die Hände von Schwester Gratia oder Rudolf Pöllmann, der im Kloster eigentlich einen Hausmeisterjob hat, aber damit vor etwa 30 Jahren auch zum sprichwörtlichen „Mädchen für alles“ geworden ist. Seit 15 Jahren ist er in der Bäckerei. Der gelernte Maler erklärt: „Alles, was ich übers Brotbacken weiß, habe ich von Schwester Gratia gelernt.“ Hat Pöllmann keinen Dienst, ist Jacob Labee in der Backstube.

ANZEIGE

Die Männer wechseln sich dort ab. Schwester Gratia weiß, wie wichtig ihre Unterstützung ist. „Die Arbeit am Ofen ist keine Frauenarbeit“, erklärt sie und erinnert sich an die Zeit zurück, zu der Schwester Hildegard und sie selbst noch diese Aufgaben übernommen haben. Es ist schwer, den Ofen am Vortag auszulegen oder später von der Glut zu befreien.

Im Peddigrohr-Körbchen darf das Holzofenbrot anschließend garen. Und schon eilt Schwester Gratia fort, denn dann ist es 7 Uhr – und Zeit für die heilige Messe. Etwa 40 Minuten lang hüten Rudolf Pöllmann oder Jacob Labee das Feuer und putzen die Arbeitsgeräte in der Backstube. Sie sorgen dafür, dass die Hitze ausreichend hoch ist, um das Holzofenbrot dort zu backen. Dabei wird auch klar: Damit der Holzofen brennt, muss im Vorfeld Holz gehackt werden. Hackschnitzel werden dann zum Nachheizen verwendet. 300 Grad hat es im Holzofen, kurz bevor das Brot hineingeschossen wird. Zum Vergleich: Der Elektroofen, der mit seinen kleineren Dimensionen fast zwischen den zwei Holzöfen verschwindet, wird nur auf etwa 260 Grad geheizt.

Jeder Ofen ist für eine spezielle Brotsorte reserviert. Jeden Tag (von Dienstag bis Samstag) wird im Holzofen das Oberschönenfelder Holzofenbrot gebacken. Dort ist Platz für 60 kleine und 20 große Laibe. Mittwochs ist Weißbrottag, und am Dienstag und Donnerstag gibt es Sechskornbrot. Diese beiden Spezialitäten werden teilweise in der Kastenform gebacken und kommen in den Elektroofen. Etwa 40 Minuten dauert die heilige Messe, und schon steht Schwester Gratia wieder in der Backstube. Für Rudolf Pöllmann oder Jacob Labee ist das das Zeichen, dass er nun die heiße Glut aus dem Ofen holen kann. Der Holzofen wird gründlich ausgewischt. Das ist nicht nur aus hygienischen Gründen wichtig, sondern auch, um im Backofen die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Schwester Gratia bestreicht einige Brotlaibe noch schnell mit Wasser und sorgt so für einen schönen Glanz. Sobald beide Öfen leer geräumt und gesäubert wurden, beginnt das „Schießen“ – der Teil des Bäckerhandwerks, der nur zu zweit bewerkstelligt werden kann.

Routiniert wirft Schwester Gratia die Ein- und Zwei-Kilo-Laibe aus den Körben direkt auf den Schießer. Rudolf Pöllmann schiebt sie daraufhin ordentlich und in Reih und Glied in den Holzofen. Auch der Elektroofen wird nach diesem Schema befüllt. Sobald die Brotlaibe im Ofen sind, notiert Schwester Gratia die Zeit auf einer kleinen Schiefertafel. Etwa zwei Minuten nach dem Einschießen werden die Züge am Holzofen gezogen, damit der Dampf abziehen kann. Auch die Regelung der Temperatur erfolgt mithilfe der Züge. Der Elektroofen ist nun bis zum Ende der Backzeit – etwa 60 Minuten – auf sich allein gestellt. Der Holzofen macht indes nach etwa 20 Minuten erneut Arbeit. Da die Temperatur im Holzofen ungleich ist, müssen die Brote „umgeschossen“ werden. Das heißt: Die vorderen Laibe rücken nach hinten, die hinteren nach vorne.

Seit 1984 ist Schwester Gratia in der Bäckerei aktiv, die nur zwei Jahre zuvor eingerichtet wurde. Einst befand sich dort der Kuhstall. Wie lange in Oberschönenfeld bereits Brot gebacken wird, das weiß selbst Schwester Gratia nicht. Allerdings wird es seit etwa 100 Jahren dort verkauft. Die Zisterzienserin erzählt, was sich verändert hat: „Heute sind die kleineren Ein-Kilogramm-Brot beliebter, denn die Familien werden kleiner, und es gibt mehr Single-Haushalte.“ Auf den Vollkorn-Boom habe man mit dem Sechskorn-Brot reagiert, das unter anderem Weizen, Hafer, Gerste, Roggen, Hirse, Sesam und Kleingesäme beinhaltet. Doch grundsätzlich ist die Nachfrage rückläufig. Unkalkulierbar ist für das Team in Bäckerei und Brotladen, wie viele Kunden kommen. Nur ein kleiner Teil der Brote wird vorbestellt, hinzu kommen einige Stammkunden. Was nicht direkt am Backtag verkauft wird, wird eingefroren. Mit der Idee, Dinkelbrot zu backen, ist man in der Oberschönenfelder Bäckerei indes gescheitert. „Das Brot kam einfach nicht gut raus.“

Nach etwa einer Stunde Backzeit ist auch das Holzofenbrot fertig. Um herauszufinden, ob es auch durchgebacken ist, behilft sich Schwester Gratia eines Klopf-Tricks: Sie holt einige Laibe aus dem Ofen und klopft an den Brotboden. Klingt es dumpf, ist das Brot noch nicht fertig. Wird es für gut befunden, wird es direkt auf dem Brotwagen in den angrenzenden Laden kutschiert. Dort verkaufen zwei Angestellte die frisch gebackenen Brote. Neben den drei verschiedenen Brotsorten gibt es dort auch diverse Aufstriche sowie Produkte aus der Region und aus dem fairen Handel. Der Laden ist dienstags bis freitags von 9.30 bis 17 Uhr und samstags von 9.30 bis 13 Uhr geöffnet. Das Oberschönenfelder Brot gibt es auch an einigen anderen Verkaufsstellen in der Region. ... Wie das berühmte Holzofenbrot aus dem Kloster entsteht - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Wie-das-beruehmte-Holzofenbrot-aus-dem-Kloster-entsteht-id42554876.html

Augsburger Allgemeine, 19.08.2017
Endlich Raum für Künstlernachlässe
Im Stadl eines Einödhofs richtet der Bezirk Schwaben ein Depot für Werke zeitgenössischer Künstler der Region ein. Anfragen gibt es schon viele. Eine Jury wird auswählen Von Stefanie Schoene

Auch sie werden nicht ewig leben: Über 500 Künstlerinnen und Künstler sind allein in den beiden schwäbischen Berufsverbänden bildender Künstler (BBK) organisiert. Die unabhängig Schaffenden hat noch niemand gezählt. Was passiert mit all den Werken, wenn die Urheber das Zeitliche segnen? Schließlich wird man Künstler, um etwas in die Welt zu setzen – und nicht in die Tonne. Es gibt eine wachsende Zahl an Künstlernachlässen in Schwaben, die Anfragen nach Aufbewahrungs- und Sammelstellen steigen, erklärt Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert. Zusammen mit dem Landkreis und der Abtei Oberschönenfeld will der Bezirk den seit 2012 verlassenen Weiherhof bei Gessertshausen im Kreis Augsburg wiederbeleben. 18000 Quadratmeter groß ist das Gehöft, das in den Stauden, unweit des Klosters Oberschönenfeld liegt. Dort betreibt der Bezirk sein Volkskundemuseum und die Schwäbische Galerie, einen Ausstellungsort für das zeitgenössische Kunstschaffen der Region. Im Stadl Weiherhof neben dem 1728 erbauten Gästehaus sollen ab 2018 Werke ausgesuchter schwäbischer Künstler aufbewahrt, dokumentiert und später auch erforscht werden können.

Viel zu sehen ist vom neuen Depot für Künstlernachlässe noch nicht. Seit etwa einem Jahr hat der alte Stall ein neues Dach, er wurde entkernt, massiv gemauert und im oberen Teil mit Holz verschalt. Das Gebäude ist frei tragend, sodass innen keine Stützen im Weg sind. Die 500 Quadratmeter Grundfläche sollen innerhalb des nächsten halben Jahres ertüchtigt sein. Auf dem Boden wird ein Gabelstapler rangieren und die gemalten Werke an hohen Gitterwänden übereinander hängen. Klimaanlage, Lüftung und bauphysikalische Gutachten sorgen für eine Lagerung nach modernen Standards.

Geplant ist das Depot ausschließlich für Bilder, Papierarbeiten, Skizzenbücher, Korrespondenzen, eventuell Ausstellungskataloge oder weitere Produktionsmaterialien wie Stoffe. „Eben alle Dinge, die benötigt werden, um das Werk später auch wissenschaftlich auswerten zu können“, sagt Anke Hellmann, die das Projekt für den Bezirk seit 2016 leitet. Mit jedem Künstler beziehungsweise seinen Erben handelt die Stiftung für Kultur und Bildung des Bezirks Einzelverträge aus, die die Schenkung, Zustiftung oder testamentarische Verfügung regeln.

Die Nutzungsrechte erhält der Bezirk. Und damit auch die Möglichkeit, Werke verkaufen zu können. Der Erlös, so bestätigt Reichert, fließe wieder zurück in die Stiftung. „Nicht sofort, aber in vielleicht zehn Jahren wird dieses Depot kein Zuschussprojekt mehr sein, sondern sich selbst tragen.“

Der Weiherhof ist die Keimzelle der Zisterzienserinnen. Im Hochmittelalter gründeten sie hier, nahe der Behausung eines Einsiedlers, ihr erstes Kloster und zogen erst zu Beginn des 13. Jahrhunderts nach Oberschönenfeld. Während der Säkularisation wurde der Hof privatisiert. 2012 kaufte ein „Gönner“ die Immobilie und schenkte sie dem Kloster. „Ich bin froh, dass unsere Wiege auf so passende Art wiederbelebt wird. Die Kunst hat in allen Klöstern eine große Tradition“, erläutert Äbtissin Pesch.

Doch kann jeder Erbe mit einer Garage voller Bilder zum Zuge kommen? Dass die Nachfrage das Angebot übersteigen wird, zeichnet sich jetzt schon ab. Bei Anke Hellmann gehen bereits jetzt, lange vor Fertigstellung, konkrete Anfragen ein. Die acht vorgesehenen Jurymitglieder werden sieben und streng auswählen müssen. Ihre Namen stehen noch nicht fest. Der BBK soll jedoch vertreten sein, außerdem Universitäten und andere Kunstsachverständige. Eine Voraussetzung für die Aufnahme ins Depot wird ein „Bezug zu Schwaben“ sein. Also durch Geburt, den aktuellen Wohnort oder durch andere nachweisliche Verbindungen. Personell plant der Bezirk zunächst klein einzusteigen. Ein Kunsthistoriker werde 2018 eingestellt, doch wie viele Fachleute sich insgesamt kümmern werden, ist noch nicht festgezurrt.

Das gegenüberliegende Gasthaus mit der Barockfassade soll einmal Ausstellungsflächen, Vortragsräume und eine Hausmeisterwohnung beherbergen. Angedacht sind zudem Appartements, in denen Kunststudenten zwecks Erforschung des Depots kostenfrei wohnen könnten.

Augsburger Allgemeine, 18.08.2017
Weiherhof wird Depot für Kunst aus Schwaben.
Der Bezirk will die Nachlässe von Künstlern dort für die Nachwelt bewahren.

Der Kultur- und Europaausschuss des Bezirkstags von Schwaben beschloss in seiner Sommersitzung zahlreiche Förderungen. Darunter ist ein Nachlassdepot für zeitgenössische schwäbische Kunst im Weiherhof, Oberschönenfeld. Längst fällig war laut Jürgen Reichert eine Regelung seitens des Bezirks Schwaben, wie der Nachlass bedeutender schwäbischer Künstler über einen längeren Zeitraum hinweg sicher verwahrt werden kann. „Kunstwerke sind Teil unserer Erinnerungskultur, und Künstlernachlässe gehören, falls dies auf privatem Wege nicht erfolgen kann, in öffentliche Obhut genommen“, begründete er den Beschluss des Kulturausschusses, in den kommenden Jahren ein Nachlassdepot für zeitgenössische schwäbische Kunst im Weiherhof bei Oberschönenfeld (Landkreis Augsburg) aufzubauen. Verschiedene Gründe sprechen dafür: Laut Reichert ist es „grundsätzlich nicht Aufgabe der Bezirksmuseen, sich um die wachsende Zahl an Künstlernachlässen in Schwaben zu kümmern“. Aber die Anfragen nach Sammelstellen steigen. Etliche der Kunstschaffenden befassen sich nicht immer ausreichend mit ihrer Nachlassverwaltung, und so manchem Erben fehlen die Fachkenntnisse zur Beurteilung von relevanten Werken. Ziel des Depots ist die Bewahrung sowie die niedrigschwellige, öffentliche Zugänglichkeit von hiesigen Künstlernachlässen mittels Katalogen, Kunstausstellungen oder museumspädagogisch unterstützten Veranstaltungen. Das Weiherhofgelände bietet aufgrund der vorhandenen Gebäudestruktur viel Platz für das Archiv, Ausstellungsflächen, Vortragsräume oder Ateliers. Im Depot wird der Nachlass wissenschaftlich erfasst, restauratorisch gesichert, sachgerecht gelagert, archiviert, dokumentiert und erforscht. Über die jeweilige Aufnahme eines künstlerischen Nachlasses in das Depot entscheidet eine Fachjury. Als Ideal für die künftigen Besucher des Depots wird beim Bezirk die räumliche Nähe zum Schwäbischen Volkskundemuseum Oberschönenfeld und seiner Schwäbischen Galerie gesehen, „dem“ Ausstellungsort für Schwabens zeitgenössisches Kunstschaffen....

Augsburger Allgemeine, 18.08.2017
Umbau - Weiherhof wird Depot für schwäbische Kunst
usstellungen und Veranstaltungen ab nächstem Jahr

über das neue Nachlass-Depot des Weiherhofs freuen sich (v. l.) Landrat Martin Sailer, Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, Äbtissin Gertrud Pesch und Landtagsabgeordneter Max Strehle.


Es ist ein ambitioniertes Projekt: Der Weiherhof bei Gessertshausen soll ab 2018 Nachlässe zeitgenössischer Künstler aus Schwaben beherbergen. Der weitläufige, zum Kloster Oberschönenfeld gehörende Gebäudekomplex, soll dafür ausgebaut werden. Er bietet genügend Platz für das Archiv, Ausstellungsflächen, Vortragsräume und Ateliers. Das Depot soll der Öffentlichkeit nicht verschlossen bleiben, geplant sind Kunstausstellungen und Veranstaltungen. Zudem wird dort der Nachlass wissenschaftlich erfasst, restauriert, sachgerecht gelagert, archiviert, dokumentiert und erforscht. Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert sagt: „Kunstwerke sind Teil unserer Erinnerungskultur und gehören, falls dies nicht auf privatem Wege erfolgen kann, in öffentliche Obhut genommen.“ Mehr über die zukünftige Verwendung der verschiedenen Gebäude auf dem Weiherhof, lesen Sie im »Hauptteil Feuilleton Seite 13...
Weiherhof wird Depot für schwäbische Kunst - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Weiherhof-wird-Depot-fuer-schwaebische-Kunst-id42426056.html

Augsburger Allgemeine, 15.04.2017
Glaube - Streicheleinheiten fuer die Seele
In der Abtei Oberschoenenfeld treffen sich Frauen zum getanzten Gebet. Warum dies den Kopf zur Ruhe bringt

Von Manuela Rauch - Die Atmosphaere im Meditationsraum ist entspannt. Hier herrscht absolute Stille, nur aus einer Nische ganz hinten im Kuppelsaal plaetschert ein Brunnen leise vor sich hin. Das Licht ist weich und gedimmt, im Zentrum des Saals stehen eine Kerze, eine Rose und eine Schale aus Alabaster. Der aeussere Kreis wird von Holzstuehlen gesaeumt. Es ist ein friedlicher Ort, der den Besucher innehalten laesst. Angelika Stingl ist hier in ihrem Element. Sie ist Kursleiterin fuer meditativen Tanz und laedt mehrmals im Jahr zum getanzten Gebet. Die Veranstaltung gehoert seit Jahren zu den beliebtesten Angeboten der Zisterzienserinnenabtei. Es gab Abende, da war der Andrang so gross, dass es eng wurde, erzaehlt Stingl laechelnd. Heute ist die Gruppe kleiner, was auch seine Vorteile habe, sagt sie. So haben wir mehr Platz, um uns zu bewegen und die Arme auszubreiten. Es geht um Ostern, die Auferstehung und die Rolle der Frau im Besonderen. Stingl hat den Abend Die salbende Frau genannt. Der Bibel nach haben die Frauen die Botschaft verkuendet. Eine Erfahrung, die ihnen Selbstvertrauen und Staerke gegeben hat, erklaert sie. Die ausgebildete Taenzerin beschaeftigte sich Anfang der 1990er Jahr das erste Mal mit dem meditativen Tanz. Sie ist fasziniert von der Tiefe, den Ausdrucksmoeglichkeiten von Gefuehlen, die sich ergeben, nicht nur im christlichen Sinne. Was in uns vorgeht, setzen wir in Bewegung um. Ich kann Emotionen bewusst hervorheben, mich selber esser spueren und so zur Ruhe kommen. Wenn das klappt, sind Koerper und Geist im Einklang. Voraussetzung ist aber, die Bereitschaft sich auf die Musik und die Bewegungen einzulassen. Alles haengt von der Konzentration ab, sagt Stingl. Besonderes Schuhwerk ist dafuer nicht notwendig. Getanzt wird in bequemer Kleidung. Wer will, laesst die Schuhe einfach weg und bewegt sich auf Socken. Doch den Kopf auszuschalten und sich treiben zu lassen, ist nicht einfach. Passenderweise heisst der erste Tanz Nimm die Angst. Bevor es losgeht, erzaehlt Stingl die Geschichte um die Frauen, die von Jesu Auferstehung als erste erfahren haben. Taenzerisch soll nun nachempfunden werden, wie das Erlebnis sie veraendert hat. Die Frauen halten sich an den Haenden, drehen sich zur Musik im Kreis und wiegen die Arme in gebenden Gesten. Einige halten die Augen geschlossen. Die Schrittfolge ist simpel und wiederholt sich. Nach einigen Runden wird alles zum Fluss. Die Dynamik ist greifbar, die Gruppe ist eins und doch tanzt jeder fuer sich allein. Stingl nennt das die Energie des Kreises. Die froehliche Melodie erinnert an einen Bolero. Sie beginnt zart und leise, behaelt dabei ihre Taktart, steigert sich aber im Zusammenspiel dazukommender Instrumente. Ob Klassik oder Folklore, stilistisch gibt es keine Grenzen, sagt Stingl. Die Choreografien konzipiert sie meist selber. Viele Taenze lehnen sich an den Kreistaenzen der Voelker an, werden beeinflusst von israelischen Taenzen oder traditionellen griechischen Elementen. Der interkulturelle Ausdruck inspiriert, findet nicht nur die Kursleiterin. Wir fuehlen uns so mit den Christen der ganzen Welt verbunden, sagt Nicole Lukas aus Dinkelscherben. Das Gefuehl haelt lange an. Der Tanz gibt einem Kraft, gerade weil der Alltag viel fordert. Viele Teilnehmerinnen kommen seit Jahren immer wieder. So wie Nicole Lukas freut sich auch Roswitha Hochhaeuser aus Koenigsbrunn auf jeden neuen Abend. Man findet sich und erlebt die Gemeinschaft, das verbindet, sagt Roswitha Hochhaeuser. Vor allem, weil es nicht um Leistung geht, nicht darum perfekt zu sein. Jeder geht nach seinem Tempo und ist Teil des grossen Ganzen. Am Ende wird jeder Teilnehmer mit Rosenoel gesegnet. Hochhaeuser ist gluecklich. Was zaehlt ist das Besinnliche und das tut der Seele einfach gut. Naechstes getanztes Gebet am Montag, 8. Mai, unter dem Motto Ich finde Dich im Klang * Maria von Magdala, 19 bis 20.30 Uhr, Meditationsraum der Abtei Oberschoenenfeld.

Augsburger Allgemeine - Augsburger Land und Leute, 11.02.2017
Freundeskreis uebergibt 35.000 Euro an die Abtei

Oberschoenenfeld
Einen Scheck mit der Rekordsumme von 35.000 Euro konnte der Freundeskreis Oberschoenenfeld auf seiner Jahreshauptversammlung an die Zisterzienserinnenabei im Landkreis Augsburg uebergeben. Zusammengekommen ist die Summe unter anderem beim Klosterfest und beim Weihnachtsmarkt. Mit dem Geld werden wichtige Arbeiten finanziert, wie der ehrenamtliche Berater des Klosters, Willi Warisch, berichtete. Nachdem das Dach der Hubertuskapelle erneuert wurde und die Mehlsilos der Klosterbaeckerei neue Bodenwannen erhalten haben, stehen neben einer neuen Schliessanlage die ueber 346 Fenster des Konventgebauedes mit einem neuen Anstrich auf dem Programm. (AL)

Augsburger Allgemeine, 10.02.2017
Rekordspende fuer das Kloster
Spende - Der Freundeskreis uebergibt 35.000 Euro an die Abtei Oberschoenenfeld.Davon werden unter anderem 346 Fenster gestrichen.

Oberschoenenfeld
Einen Scheck mit der Rekordsumme von 35.000 Euro konnte der Freundeskreis Oberschoenenfeld jetzt an die Zisterzienserinnenabtei im Landkreis Augsburg uebergeben. Zusammengekommen ist die Summe unter anderem beim Klosterfest im vergangenen Sommer und beim Weihnachtsmarkt im Dezember. Den Freundeskreis Oberschoenenfeld gibt es seit 1976. Damals fanden sich erstmals Menschen mit dem Ziel zusammen, die geistliche und kulturelle Bedeutung der Abtei Oberschoenenfeld und die Bewahrung des Erbes zu unterstuetzen. Dabei geht es freilich vor allem auch um materielle Unterstuetzung. Besispielsweise hat der Freundeskreis bei der Beschaffung einer neuen Orgel oder der Neugestaltung der Hauskapelle helfen koennen. Doch auch die ideele Unterstuetzung ist fuer die nur noch knapp 20 Klosterschwestern hilfreich.
Darueber hinaus veranstalter der Verein Konzerte und Vortraege und praegt somit auch das kulturelle Leben des Landkreises Augsburg. Alle zwei Jahre findet jeweils im Juni das viel besuchte Klosterfest statt. Genau von diesen Veranstalungen sprach der Vorsitzende des Freundeskreises, Ferdinand Reithmeyr auch, als es in seinem Rueckblick um die Spende ans Kloster ging. So war es dem Freundeskreis moeglich, dem Kloster eine Rekordspende von 35.000 Euro zu ueberreichen. Mit diesem Geld werden wichtige Arbeiten finanziert, wie der ehrenamtliche Berater des Klosters, Willi Warisch, berichtete. Nachdem im vergangenen Jahr das Dach der Hubertuskapelle erneuert wurde und die Mehlsilos der Klosterbaeckerei neue Bodenwannen erhalten haben, stehen in diesem Jahr unter anderdem neben einer neuen Schliessanlage die ueber 346 Fenster des Konventgebauedes mit einem neuen Anstrich auf dem Programm. Aebtissin Gertrud Pesch dankte dem Freundeskreis fuer die grossherzige Spende und seinen unermuedlichen Einsatz fuer das Kloster: Ihre Unterstuetzung ist fuer uns Wertschaetzung und Freundschaft zugleich.
Auch im Jahr 2017 gibt es wieder ein umfangreiches Programm des Freundeskreises. (AL/jah)

Augsburger Allgemeine, 04.01.2017
Konzert - Musikalische Meditation
Brigitte und Anna-Maria Thoma haben mit ihrer feinfuehligen Interpretation besonderer Weihnachtslieder das Publikum bewegt

Von Manfred Miller - Angespannte Stille herrschte in der Abteikirche zu Oberschoenenfeld, in der die beiden Sopranistinnen Brigitte Thoma und ihre Tochter Anna-Maria Weihnachtslieder aus verschiedenen Laendern und Zeitepochen vortrugen. In der ersten von vier Meditationen waren Lieder aus dem Baskenland und Tirol sowie von den Komponisten Max Reger und Vivaldi zu hoeren. Im Maria Wiegenlied von Max Reger ueberzeugte Anna-Maria Thoma mit einer glockenreinen, voll toenenden Stimme, die den Kirchenraum zum Schwingen brachte. Im Ave Maria von Cherubini gelang es Brigitte Thoma, die darin enthaltene Gefuehlstiefe stimmlich geschmeidig und mit spuerbarem meditativem Unterton auszudruecken. Am Ende jeder der vier Meditationen trugen sie mit sicherer Intonation ausgewaehlte Texte vor, die sich einerseits mit der Frage: Wann faengt Weihnachten an? auseinandersetzten oder zum Denken darueber anregten, was geschieht, wenn Gott zur Welt kommt. Sehr einfuehlsam begleitete Anne Liebe die beiden Kuenstlerinnen am Piano. Lieder aus dem 18. und 19. Jahrhundert oder das Christrosenlied von Robert Stolz waren im zweiten Teil zu hoeren. Besonders eindrucksvoll gelang den beiden Sopranistinnen Susani, das in einem wunderbaren Satz von Hermann Schroeder bearbeitet wurde. Beide Stimmen vereinten sich hier in einem jubelnden Halleluja. Bewegt war das Publikum auch bei dem bekannten Tiroler Weihnachtslied Es wir scho glei dumpa. Die dem Lied innewohnende Natuerlichkeit und Andacht wurde stimmlich ueberzeugend umgesetzt. Ihren leuchtenden, lupenreinen Sopran konnten Brigitte und Anna-Maria Thoma auch in den besonders hohen Tonlagen beim letzten Lied Cantique de Noel unter Beweis stellen. Mit Applaus im Stehen bedankte sich das Publikum fuer diese eindrucksvolle und bewegende Stunde musikalischer Meditation.

Letzte Änderung: 15.07.2016

 

Wappen